15/7/2010 [Musikinstrumente]
Philharmonie Berlin – Workshop mit Lang Lang

„Es war wunderbar! Diese Extravaganza war im Vergleich zu den vorherigen in England und China besonders gut, weil die Musiker phantastisch zusammen gespielt haben“, so Lang Lang im Interview in der Philharmonie am 30. Mai 2010.
Nicht zuletzt war dies dem Umstand zu verdanken, dass die für die Workshop-Matinée mit Lang Lang Auserwählten allesamt auf gleichwertigen Instrumenten spielen konnten.
YAMAHA hatte für die 100 Teilnehmer auf der Bühne im großen Saal der Berliner Philharmonie 50 nagelneue P-155S bereitstellt – ein überaus beeindruckendes Bild.
Jeweils zu zweit an einem Instrument starteten die Klavierschüler unterschiedlichsten Alters (7 bis 70 Jahre) und spieltechnischen Niveaus um 9.30 Uhr mit einer Sitz- und Klangprobe. Es folgte eine Einspielprobe mit Cathy Milliken, welche die Teilnehmer optimal auf den Workshop vorbereitete (1. Primo und Secondo Arrangement; 2. Primo und Secondo Original). Die Herausforderung war groß: Nicht nur trafen die Teilnehmer der Extravaganza zum ersten Mal aufeinander – sie sollten im Anschluss auch erstmals zusammen öffentlich auftreten. Ausgewählt wurden die Teilnehmer von der Projektleiterin Larissa Israel und auch die Zusammensetzung der Duos wurde so gestaltet, dass alle gut zueinander passten und auch voneinander lernen konnten.
Um 11.00 Uhr erscheint Lang Lang. Der Workshop beginnt im nahezu voll besetzten Saal. Der internationale Solist übt und interpretiert gemeinsam mit seinen Eleven Franz Schuberts Werk zu vier Händen Marche Militaire Nr. 1 in D-Dur D733. Es werden einzelne Sequenzen gespielt, und die Teilnehmer lauschen gebannt den Worten des Meisters. Lang Lang fragt nach, erkundigt sich bei den Anwesenden nach dem Übungspensum, geht durch die Reihen, gibt konkrete Tipps, begeistert und motiviert mit seiner besonderen Art, Emotionen zu wecken. Und es wird klar, dass der Virtuose jeden einzelnen Ton der Probenden heraus hört, als er zu einer Teilnehmerin geht und wissen möchte, ob das Instrument gewichtete Tasten hat. Oder liegt es am Spiel der Dame? Er drückt eine Taste ihres P-155. „Es hat doch...!“
Vor dem Show-Case gibt es noch Gelegenheit für weitere Fragen. „Wie wird man berühmt?“, „Haben Sie einen Lieblingskomponisten, ein Lieblingsstück?“, „Machen Ihre Finger auch mal Fehler, wenn Sie nervös sind?“ Lang Lang, der bereits im Alter von dreieinhalb Jahren Unterricht bekam und heute die Nummer 1 der internationalen Pianisten ist, steht Rede und Antwort und begeistert seine Anhänger erneut durch seine mitreißende Art: „Ziel ist nie, der Beste zu sein, sondern das Beste aus sich herauszuholen!“ Seine Finger würden in der Regel artig tun, was sie tun sollen. Ansonsten gelte: „Schokolade essen! Das beruhigt.“
Seinen Durchbruch feierte Lang 1999 im Alter von 17 Jahren, als er in letzter Minute bei der Galaxy of Stars des Ravinia Festivals für den indisponierten André Watts einsprang und unter der Leitung von Christoph Eschenbach Tschaikowskis erstes Klavierkonzert mit dem Chicago Symphony Orchestra spielte. In den folgenden Jahren förderte ihn Eschenbach.
Er liebt, was er tut und spielt leidenschaftlich gern vor Publikum. „Also“, verbleibt Lang Lang mit seiner letzten Antwort für seine Schüler, „hart üben! Und wenn Sie dann noch bei einem großen Konzert für jemanden einspringen müssen, werden Sie mit Sicherheit berühmt!“
YAMAHA – Abteilung Elektronische Tasteninstrumente - freut sich, Zukunft@BPhil, das Education-Programm der Berliner Philharmoniker bei diesem Workshop unterstützt zu haben und ist begeistert über diese besondere Form der Nachwuchsförderung.


